erster Vollerfolg

Matchbericht FC Kickers – Zug 94 (0:0) 1:0

Hickhack gegen Zug 04 mit einem glücklichen Todesstoss in der letzten Minute

Die letzten Tage, sie waren nass und regnerisch. Entsprechend tief ist der Rasen auf Tribschen. Die Beine werden mit jeder Minute schwerer. Es ist klar: Wer in diesem Spiel das erste Tor erzielt, gewinnt.

Nach vier Niederlagen in den ersten vier Spielen in der neuen Spielklasse stand Kickers an diesem Samstag gegen Zug 94 unter Zugzwang. Gegen den Zweitletzten war die Devise von Beginn weg klar: Es müssen Punkte her. Bereits nach wenigen Minuten kam Filipe Almeida ein erstes Mal gefährlich über die linke Seite. Die folgende Flanke in Richtung Strafraum misslang jedoch und landete hinter der Torauslinie.

Über das gesamte Spiel betrachtet waren solche Vorstösse auf beiden Seiten des Öfteren zu sehen, aber mit einem ähnlichen Ausgang. Entweder der Ball landete hinter der Torauslinie oder ein gefährlicher Vorstoss wurde zu inkonsequent in die dritte Zone gespielt und landete frühzeitig in den Füssen des Gegners. Für beide Teams war klar, dass an diesem Samstag ein Sechs-Punkte-Spiel über den weiteren Ausgang der Meisterschaft entscheiden würde. Verliert man, ist man gezwungen, sich noch intensiver mit dem Kampf gegen den Abstieg auseinanderzusetzen, gewinnt man, verschafft das ein wenig Luft – zumindest für kurze Zeit.

Die ersten Minuten des Spiels gehörten den Spielern des Heimteams. Philippe Fischer wurde kurz nach Anpfiff von Marco Kistler per Flankenball ideal angespielt, dieser vermochte den Ball aber nicht auf das Tor zu bringen. In der 17. Minute tankte sich Filipe Almeida auf der linken Seite durch und flankte quer durch den ganzen Strafraum auf Leandro Coelho. Der Kopfball landete aber über dem Tor. Es waren zwei gute Chancen, die bei etwas mehr Glück und Toreffizienz für den nötigen Rückhalt hätten sorgen können. Spätestens nach der Chance von Manuel Jelmini in der 20. Minute hätte Kickers gar mit 3:0 führen können. Ein langer Ball wurde in dieser Szene von einem Zuger-Innenverteidiger unterlaufen. Jelmini unterschätzte die Länge des Balles zwar ebenfalls, kam aber Sekunden später gefährlich nahe an den Ball heran. Hätte der Zuger-Torhüter nicht sofort reagiert und das Tor verlassen, wäre hier spätestens das Tor zum 1:0 gefallen. Und so musste man sich als Zuschauer weiter auf das erste Tor in der 1. Liga gedulden.

Über 90 Minuten betrachtet, fand das Spiel vorwiegend im Mittelfeld statt. Und hier war auch das Epizentrum von zahlreichen Ballverlusten. Beide Teams glänzten hie und da wieder von Zuspielen, die im Niemandsland ihr jähes Ende fanden. Diese Zuspiele waren am Ende auch der Ausgangspunkt für gefährliche Torabschlusszenen, die man dem Gegner dadurch eröffnete. Auch die Szene in der 26. Minute liess das Kickers-Herz höher schlagen. Ein Fehler im Aufbauspiel aus der Kickers-Innenverteidigung heraus landete im Mittelfeld bei einem Zuger-Spieler. Dieser spielte den Ball in die Füsse des Stürmers, der gefährlich vor das Kickers-Tor kam, aber ebenfalls scheiterte.

Die grösste Druckphase gehörte der Heimmannschaft in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit. In dieser Periode glänzte die Offensive von Kickers mit zwei guten Abschlusschancen: In der 30. Minute erhielt Jelmini den Ball auf der rechten Seite. Hätte er in dieser Szene den Ball für Coelho zurückgelegt, wäre das Spiel vermutlich etwas ruhiger vonstattengegangen. Aber stattdessen versuchte es Jelmini auf eigene Faust und scheiterte am Zuger-Torhüter. Dieser liess den Ball direkt vor die Füsse von Almeida Abpraller, der aber derart überrascht war, dass er beim versuchten Abschluss das Tor ebenfalls verfehlte. Und so musste Kickers weiter zittern.

Was bis anhin noch fehlte, war nun immer deutlicher spürbar: Emotionen.

In der 37. Minute vollbrachte Kokanovic eine Glanztat, in dem er einen Freistoss mit dem Fuss noch entscheidend in einen Eckball ablenkte. Kurz vor der Pause hätte Kickers definitiv die Opportunität gehabt, den Sack ein wenig enger zu schnüren. Almeida wurde auf der rechten Seite nach einem

schönen Ball in die Spitze durch Jelmini hinter die Abwehr ideal in Szene gesetzt, hätte auf Coelho im Zentrum ablegen müssen, der völlig frei stand, schoss aber ärgerlicherweise selber. Es steht weiter 0:0. Nur wenige Sekunden später erhielt Yahia Abaidia den Ball an der Strafraumgrenze, und brachte den Ball zur Überraschung aller schnell unter Kontrolle. Im Ablauf agierte er aber zu zaghaft, so dass ein Zuger den Ball aus der Gefahrenzone kicken konnte.

Apropos Emotionen: Bis zur Nachspielzeit der zweiten Halbzeit resultierten acht Gelbe Karten. Die Gangart war also hart. So auch kurz vor der Pause, als Leandro Coelho gefoult wurde. Der ausgeführte Freistoss fand zwar den Kopf des Gefoulten, aber wieder landete der Ball neben dem Tor. Also stand es weiter 0:0.

In der zweiten Halbzeit lief bereits die 55. Minute, ehe Coelho einmal mehr hoch angespielt wurde und den Ball mit dem Kopf über das Tor zirkelte. Dann, in der 61. Minute, zeigte Zug, dass auch sie durchaus in der Lage waren, drei Punkte einzufahren. Von rechts geriet der Zuger-Stürmer an den Ball und drisch diesen auf das Gehäuse von Beganovic. Der Ball landete im Tornetz – aber zum Glück für Kickers, nur im Aussennetz. Daraufhin gerieten sich Kickers-Torhüter Beganovic und Zugs Stürmer in die Haare. Aber wieso eigentlich? Beganovic erhielt die Gelbe Karte.

In der 76. Minute musste Kickers erneut das Glück in Anspruch nehmen. Ein Eckball fand den Weg quer durch den Strafraum zu einem Zuger-Spieler. Der Flugkopfball verfehlt das Tor nur um Haaresbreite.

Dann kamen sie: die letzten zehn Minuten. Nach einem taktischen Foul im Mittelfeld führte Zug den Freistoss schnell aus. Kickers lief in einen Konter hinein und wurde in dieser Szene fast schon etwas vorgeführt. Der Abschluss vom Zuger-Stürmer prallte aber an den Pfosten und landete anschliessend im Out. Enormes Glück für Kickers.

Mit der Fortdauer des Spiels schienen sich die Gemüter der Spieler mehr und mehr zu emotionalisieren. So geriet Opoku in der 83. Minute in ein Handgemenge, woraufhin er die Gelbe Karte sah. Und dann zeigte die Uhr die 90. Minute. Sandro Villiger, in der 73. Minute für Manuel Jelmini eingewechselt, erhielt nach einem Doppelpass mit Aneas Barrios Eloy den Ball und lief in Richtung gegnerisches Tor. Dabei umdribbelte er zwei Gegenspieler, weil er nicht konsequent genug angegriffen wurde und schoss mit letzter Kraft flach in die linke untere Torecke. Tor für Kickers! Und am Ende traf es tatsächlich zu. Am Ende hat jenes Team gewonnen, das in der Lage war, ein Tor zu schiessen. Mit ein wenig mehr Fortuna für Kickers.

Aufstellung Kickers: Beganovic Eldin, Kevin Kisungu, Kurmann Dario, Sascha Kokanovic, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Fischer Philippe, Manuel Maumar Mauricio, Almeida Rodrigues, Jelmini Manuel, Leandro Coelho Nunes

Aufstellung Zug 94: Bruhnsen Nils, Riedweg Manuel, Latifi Mentor, Ntsika, Peter Nicola, Burkard Ruben, Saliji Valbon, Mehidic Mirzet, Martino Pasquale, Festic Kemil, Pozder Denis

Ersatz: Opoku Daniel, Aneas Barrios Eloy, Callaku Etnik, Brzovic Marko, Grüter Martin

Tor: 91. Sandro Villiger (FC Kickers)

Bericht: Marjana Ensmenger

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