110 Jahre FC Kickers Luzern

Jubiläumsanlass «110 JAHRE FC KICKERS LUZERN» mit dem Derby FC Luzern - SC Kriens - DANKE!
 
Am 28. Juni wurde auf Tribschen das 1. Testspiel der Saison 2017/18 des FC Luzern im Rahmen des Jubiläumsanlasses «110 Jahre FC KICKERS LUZERN» erfolgreich durchgeführt. Der Gegner hiess SC Kriens und das interessante Spiel endete unentschieden 3:3 (1:2). Trotz strömenden Regens vor und während des Spiels war die Stimmung bei den ca. 700 Zuschauerinnen und Zuschauer sehr gut. Es war ein beeindruckendes Bild, die fast volle Tribüne zu sehen. Wir würden uns an den Spielen des FC Kickers ähnliche Verhältnisse wünschen. Der Anlass war insbesondere für unsere Junioren ein besonderes Erlebnis, nicht zuletzt weil sie "ihrem" Filip Ugrinic und den anderen FCL-Spielern im Clubrestaurant «Bunker» beim Spaghetti-Essen sowie bei der Autogrammstunde sehr nahe sein durften.
 
Der FC KICKERS LUZERN möchte an dieser Stelle allen Matchpatronatsfirmen und Matchballspendern herzlich für die Unterstützung danken. Ein grosses Dankeschön geht an Juliane und Raphael Bachmann für die riesige Überraschungstorte mit den feinen Cupcakes - ein Highlight des Anlasses. Besonders gefreut hat uns auch die Präsenz des Präsidenten des Innerschweizer Fussballverbandes, Urs Dickerhof, der zusammen mit dem Sportchef des SC Kriens, Bruno Galliker und unserem Präsidenten, vor dem Anpfiff des Spiels die Geburtstagstorte symbolisch anschnitten. Ein Dank gilt auch all jenen Vorstandsmitgliedern, die in den vergangenen Wochen einen Zusatzaufwand nicht gescheut haben, den Chef des OK, Roger Wicki, unterstützt und zum Gelingen des Anlasses beigetragen haben. Mit Dominik Stalder vom Spar Geissenstein stand uns zudem ein Logistikprofi zur Seite und am Anlass waren 40 Helfer während mehrerer Stunden im Einsatz! Allen Beteiligten ein grosses Dankeschön. Wir freuen uns auf den nächsten Anlass auf Tribschen - in unserem einmalig schönen Stadion.
 
 

Matchblatt

Artikel NLZ 28.6.17

Patronate und Sponsoren

 

110  Jahre FC Kickers Luzern
110 Jahre FC Kickers Luzern
FC Luzern - SC Kriens
Zuschauer

Aufstiegsfeier

Es wurde gefeiert auf Tribschen!

Ein souveräner Heimsieg 3:0 gegen Ibach im letzten Meisterschaftsspiel zu Hause.

Hier gibt es noch Video mit den Toren und der Aufstiegsfeier:

Aufstiegsfeier

Cupsieg bei den E Junioren

Die Ea-Junioren, von Emanuel Willi, gewinnen verdient mit 6:3 gegen die Heimmannschaft aus Rothenburg.
In der ersten Halbzeit machten die Tribschen-Boys mächtig Druck auf das gegnerische Tor und konnten so verdient mit 5:2 in die Pause gehen.

Nach der Pause haben sich die tapfer kämpfenden Rothenburger nochmals aufgerappelt und alles nach vorne geworfen.
Ausser einem Treffer war leider nicht mehr drin und so verflogen die Träume vom Cupsieg zu Hause auf einmal ganz schnell.

 

Herzlichen Glückwunsch den Ea Junioren für diese tolle Cup Saison!
Ein ganz verdienter Sieg einer Mannschaft, die immer gekämpft hat und schönen Fussball gezeigt hat.

 

Forza Kickers!

Aufstiegsparty im Tessin

Matchbericht FC Lugano U 21 – FC Kickers (0:0) 0:1

Aufstiegsparty im Tessin

Der Anpfiff verzögert sich in Lugano. Das Tor steht nicht mehr da, wie es eigentlich hätte dastehen sollen. Grund dafür ist der Kickers-Torhüter Eldin Beganovic: Er hat das Tor kurzzeitig ausser Gefecht gesetzt.

Was gibt es über das Spiel gegen die U 21 von Lugano zu sagen? Was könnte mehr interessieren, als die letzten 15 Minuten, in welchen Kickers zuerst eine Gelb-Rote Karte kassierte, in der letzten Spielminute einen Ball von der Linie kratze, und am Ende doch im Siegestaumel vom Platz schritt. Eloy Barrios hatte Kickers trotz Unterzahl in den letzten Minuten des Spiels mit 1:0 in Führung gebracht. Sein Tor machte den Weg frei für den Aufstieg in die 1. Liga, weil Zofingen gegen Hergiswil am Ende mit 1:2 verlor.

Bereits zu Beginn des Spiels war bemerkbar, dass es für Lugano um Nichts mehr ging in der laufenden Meisterschaft. Kickers aber musste die drei Punkte unbedingt für den Aufstieg holen, wollte man eine Woche später im Spiel gegen Ibach nicht erneut alles in die Waagschale werfen. Die Motivation von Kickers zeigte sich dann auch vor dem Spiel in der Person des Torhüters Eldin Beganovic, der das Torgehäuse testete. Seinen Motivationssprüngen hielt das Tor vorerst nicht stand. Jener Spieler war es später auch, der Kickers während des Spiels und vor allem in den ersten Minuten einige Male vor einem frühen Rückstand bewahrte.

Fehlpässe, nicht vollständig zu Ende geführte Zweikämpfe, ein ungenügendes Abwehrverhalten, das zu Torchancen führte – sie waren vor allem dem Umstand der enormen Hitze im Tessin geschuldet, aber auch der fast schon greifbaren Nervosität der Spieler. Zwar zeigte sich bereits früh im Spiel, dass man gewillt war, die drei Punkte einzufahren, am Ende haperte es aber oft an der Umsetzung. In den ersten Minuten des Spiels waren es gar die Luganesi, die mehrere Male knapp scheiterten.

Zu den vielen Fehlern im Spielaufbau hinzu gesellte sich auch die Unzufriedenheit der Spieler, was sich anhand der Reklamationen und Karten widerspiegelte. In Anbetracht der Tatsache, die nächste Saison in der 1. Liga zu bestreiten, muss sich wohl der eine oder andere Spieler in der nächsten Spielzeit besser unter Kontrolle haben. Entscheide des Schiedsrichters hin oder her.

Es musste bereits die 13. Minute anlaufen, ehe Kickers zu einer ersten nennenswerten Torchance kam. Leandro Nunes und Marco Kistler glänzten dabei mit einer schnell ausgeführten Ballstafette, die von Kistler mit einem Schuss auf das Tor ihr Ende fand. Kistlers Schuss verfehlte das Ziel knapp.

Dass sich Kickers immer wieder selbst in Gefahr brachte, zeigte sich in der 25. Minute, als sich Luca Glatt aus der Verteidigung löste, sich in die Offensive einschaltete, den Ball aber fast schon fahrlässig an einen Lugano-Spieler verlor. Im Gegenzug eröffnete er dadurch eine Konterchance für Lugano, die nur mittels taktischem Foul von Marko Brzovic unterbunden werden konnte. Korrekterweise sah dieser die gelbe Karte. Luca Glatt war es, der in der 30. Minute erneut in Erscheinung trat, als er einen Ball aus der Abschlusszone befreite und sich dabei verletzte. Er musste nach der Pause von Kevin Kisungu ersetzt werden.

Vor der Pause kam Kickers noch zu zwei weiteren Torchancen. Einmal spielte Kickers das Glück regelrecht in die Füsse, als der Ball nach einem Abpraller bei Mateo Peric landete. Dieser leitete den Ball weiter zu Leandro Nunes, der den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte. Sichtlich geschafft und mit Schweiss durchtränkt, trat man dann endlich den Weg in die Kabinen an.

Nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild wie schon zu Beginn der Partie. Nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff musste Eldin Beganovic nach einem ungenauen Rückpass eines Aussenverteidigers in letzter Instanz in den Einwurf klären. Wenige Minuten später, in der 55. Minute hielt man als Zuschauer wieder den Atem an, als Beganovic den Ball nach einem Freistoss mit den Fäusten befreite und dabei mit dem Kopf in den Pfosten knallte. Und vielleicht musste dieser in den

Pfosten knallen, damit die Spieler am Ende wach gerüttelt wurden und wussten, wo sie sich an diesem Nachmittag befanden. Denn das Spiel wurde nach Beganovics Reencontre mit dem Pfosten gefährlicher und auch aggressiver. Kickers erarbeitete sich nach der Einwechslung von Sandro Villiger, der für Mateo Peric kam, ein deutliches Chancenplus.

Villiger war es denn auch, der in der 68. Minute nach einem schönen seitlichen Volley knapp am Tor vorbeischoss. Fortan bemühten sich die Spieler mehr darum, ein Tor zu schiessen. Es war klar, dass jene Mannschaft, der zuerst ein Treffer gelingen würde, als Sieger vom Platz schreiten wird. Zuerst fasste sich Maurice Maumar (Moe) ein Herz; sein Gewaltschuss wurde jedoch blockiert, anschliessen scheiterte Yahia Abaidia nach einem schön getretenen Freistoss; er setzte den Ball knapp über das Tor.

Und dann kam sie. Die «Kickers-Viertelstunde». Die Ereignisse begannen sich zu überschlagen. Zuerst erhielt Maurice Maumar nach einem Tackling die zweite Gelbe Karte des Spiels. Platzverweis. Kurze Zeit später machte die Nachricht auf der Zuschauertribüne die Runde, dass Zofingen 1:2 gegen Hergiswil verloren hatte, noch bevor der Staff auf dem Feld informiert davon in Kenntnis gesetzt worden war. Zu diesem Zeitpunkt hätte Kickers faktisch mit einem Fuss in der 1. Liga gestanden. Und dann kam sie schliesslich: die 89. Minute. Die Nachricht der Niederlage von Zofingen hatte in der Zwischenzeit auch die Trainerbank erreicht – man durfte sich aber nichts anmerken lassen, weil die Spieler dann vermutlich noch nervöser geworden wären. Wie genau der Ball dann in die Mitte zu Eloy Barrios gekommen ist, der den Ball anschliessend ruhig und überlegt ins Tor schoss, kann ich an dieser Stelle leider auch nicht mehr genau sagen, weil ich keine Zeit mehr hatte in mein Notizbüchlein zu kritzeln. Und um ganz ehrlich zu sein, wer interessiert das am Ende noch?

Eine Glanztat vollbrachte nur wenige Sekunden später Leandro Nunes, in dem er in letzter Sekunde einen Heber eines Lugano-Spielers über alle Köpfe vor der Linie per Kopfball in einen Eckball klären konnte. Und dann waren sie vorbei. Die nervenauftreibenden Minuten. Kickers steigt in die 1. Liga auf. Und das ist doch alles, was momentan zählt.

Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Vono Vincenzo, Abaidia Yahia, Kistler Marco, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Peric Mateo, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues

Ersatz: Opoku Daniel, Quinido Luc, Grüter Martin, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kisungu Kevin, Fischer Philippe

Tor: 89. Eloy Barrios (FC Kickers)

Bericht: Marjana Ensmenger

zweifacher Aufstieg!

Am Samstag Abend gab es auf Tribschen einiges zu feiern!

Die 1. Mannschaft wie auch die 2. Mannschaft spielen nächstes Jahr jeweils eine Liga höher.
'sEis' gewinnt auswärts mit 1:0 gegen Lugano U21 und steigt damit 1 Runde vor Schluss (48 Punkte) vor Verfolger Zofingen (43 Punkte), in die 1. Liga auf.

Die 2. Mannschaft gewinnt gegen den Engelberger SC mit 10:2 und steigt als bester Gruppenzweiter in die 4. Liga auf.

Ein Triumphaler gab es auf Tribschen. Während die 2. Mannschaft schon in Feierlaune war, wartete man gespannt auf die 1. Mannschaft und danach fing die Party auf Tribschen erst richtig an....

 

Gratulation allen Beteiligten zum Aufstieg!


Forza Kickers!

Veni, vidi, vici – Kickers kam, sah und siegte

Matchbericht FC Kickers - AC Taverne 27.05.2017  (1:0) 3:0

Veni, vidi, vici – Kickers kam, sah und siegte 

Ja, sie glänzt die Haut. Als wäre man gerade eben erst aus der Dusche gestiegen. Schweiss rinnt die Stirn hinunter. Das T-Shirt klebt auf der Haut. Der Hals ist trocken, man streckt die Arme aus und winkt nach einer Trinkflasche. Wasser. Viel Wasser. Bitte! 

Sie waren unangenehm, diese Temperaturen und die Tessiner. Wie immer, wenn sie in die Innerschweiz reisen, aber an diesem Samstag gab es für Sie auf Tribschen nichts zu holen. Komisch, denn im Tessin ist man sich die hohen Temperaturen mehr gewohnt als in Luzern. 

In den ersten Minuten des Spiels tastete man sich gegenseitig ab. Kickers versuchte jedoch ein frühes Pressing gut zwanzig Meter vor der Mittellinie aufzuziehen und die Spieler von Taverne dadurch an einem geordneten Spielaufbau zu hindern. Besonders die linke Seite von Kickers arbeitete zu diesem Zeitpunkt äusserst konsequent, wodurch der eine oder andere Ball von einem Tessiner an einen Kickers-Spieler verloren ging. Es waren bissige und zähe Minuten zu Beginn des Spiels. Bissig präsentierten sich auch die Spieler von Kickers, was sich anhand der geführten Zweikämpfe zeigte. Viele fanden erst ein Ende, nachdem der Schiedsrichter auf Foul entschieden hatte. 

Nach zehn Minuten kam auch der AC Taverne zunehmend besser ins Spiel. Ähnliche wie Kickers zu Beginn der Partie begann man die Heimmannschaft zunehmend zu belagern und ein hohes Pressing aufzuziehen. Es war augenscheinlich, dass dieses Pressing der Heimmannschaft nicht entgegenkam und man vermehrt Ballverluste in der Vorwärtsbewegung beklagte. Auch die erste vielversprechende Chance liess lange auf sich warten, bis zur 13. Minute, als Filipe Rodrigues von einem direkten Zuspiel profitierte und auf Mateo Peric auflegte. Eben dieser vermochte die Grosschance aber nicht zu nutzen, und legte sich den Ball zu weit vor. Kurze Zeit später schepperte es an der Torquerlatte von Taverne. Und nun begannen sich die Chancen für Kickers zu häufen. Am Ursprung standen immer wieder schnelle, steile Zuspiele auf Leandro Tiago. Daneben liessen auch Maurice Maumar und Yahia Abaidia die Torgefahr von Kickers aufblitzen. Unglücklich agierte man in der 24. Minute, als Leandro Tiago ein weiteres Mal den Ball für Maurice Maumar auflegte, dieser aber am eigenen Mitspieler scheiterte, der sich beim Abschluss unglücklich dazwischenstellte. 

Für Torgefahr der Gastmannschaft sorgten, über das gesamte Spiel betrachtet, vor allem Standardsituationen. Zu oft scheiterte das Gastteam an einem Körperteil eines Spielers in den Reihen von Kickers, der sich in letzter Sekunde in den Ball werfen und somit die Aktion unterbinden konnte. Obwohl schöne Kombinationen und Ballstafetten auch auf Seiten der Tessiner beobachtet werden konnten, zu verspielt traten sie am Ende auf, um tatsächlich für Torgefahr zu sorgen. 

Dass die Emotionen nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben zu überhitzen drohten – nicht nur aufgrund der Temperaturen - zeigte sich kurz vor der Pause. Als es vor der Kickers-Spielerbank zu mehreren intensiv geführten Diskussionen zwischen Spielern, Trainern und Schiedsrichtern kam. Kurze Verschnaufpause bitte. Und dann war es wiederum eines dieser steilen Zuspiele in die Spitze von Kickers, das ein erstes Ausrufezeichen hinter den Aufstiegskampf zu setzten vermochte. Leandro Tiago wurde mustergültig von Mateo Peric bedient, blickte auf und schloss mit einem satten flachen Schuss ab: 1:0 für Kickers. 

Dieses Tor zum 1:0 schien Kickers für die zweite Halbzeit beflügelt zu haben. Man gestand dem Gegner weniger Raum zu und rückte ihm sprichwörtlich auf die Füsse. Dass die Konzentration bei 30°C kurzzeitig auch für einmal abhanden ging, zeigte sich in der 54. Minute, als Marko Brzovic ein unglücklicher Rückpass auf den Kickers-Torhüter Eldin Beganovic unterlief. Dass Beganovic aber auf dem Posten war, zeigte er, in dem er wie eine Gazelle aus dem Tor sprintet und den Ball auf die Tribüne drosch. Es waren Sekunden, die der Heimmannschaft eine kurze Verschnaufpause gewährten. Beganovic sollte die gleiche Aktion bis zur 90 Minute noch weitere drei Male wiederholen. Nur drei Minuten später war es wiederum Eldin Beganovic, der im Mittelpunkt des Geschehens stand. Nach einem Eckstoss für Taverne faustete er den Ball weg, dabei traf er noch einen Teil des Gesichts eines Tessiners. Dieser musste in den Minuten danach kurz gepflegt werden, konnte aber weiterspielen. 

Wer das Play-Station-Game Fifa kennt, sah sich in der 58. in dieses Spiel hineinversetzt. Ungläubig langte man sich an den Kopf. Zuerst war es Yahia Abadia, der abzog und am Pfosten scheiterte, der Nachschuss landete vor den Füssen von Maurice Maumar, der ebenfalls zum Schuss ansetzte, und den Pfosten auf der anderen Seite traf. Wie in einem Flipperkasten sprang der Ball von einer Metallumrandung zur nächsten. Und dann kam er: Filipe Rodrigues. Es war fast schon frech, wie er diesen Ball aus gut 20 Metern ins obere linke „Ängali“ der Tessiner schmetterte. Und es war tatsächlich ein Schmettern. Kein Schuss. Nein, ein Geschoss. Es wäre durchaus spannend gewesen, hätte man die Geschwindigkeit des Geschosses gemessen. Rodrigues war bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder durch schnelle Angriffe über die rechte oder linke Seite positiv in Erscheinung getreten. 

In der 61. Minute eröffnete sich Kickers wiederum eine Grosschance. Nach einem Doppelpass mit Maurice Maumar stand Marco Brzovic alleine vor dem Tor von Taverne. Behielt aber keine Nerven und schoss rechts am Pfosten vorbei. Es wäre wohl das definitive Ende für die Tessiner gewesen- angesichts der hohen Temperaturen und dem 2:0-Torerückstand. 

In der Folge brachte sich Kickers selbst in Gefahr, als eine weitere Standardsituation in Form eines Eckballs fast für den 1:2-Anschlusstreffer gesorgt hätte. Beganovic klärte aber im ersten Moment mirakulös, postwendend kam der Ball aber zurück und konnte nur noch kurz vor der Linie von Sascha Kokanovic weggeschlagen werden. In dieser Phase des Spiels zeigte sich, dass die Kräfte und Konzentration langsam schwanden. Aber längst nicht bei allen. Der Torschütze zum 2:0 war es, der ein weiteres Mal auf sich aufmerksam machte und den Ball mit viel Gefühl zur Mitte brachte, wo Leandro Tiago an den Ball kam, diesen aber zu wenig placiert in die Mitte des Tores köpfelte und dadurch am Torhüter scheiterte. Eben jener Spieler war es, der den Ball kurze Zeit später mit viel Gefühl auf den Aussenverteidiger Marco Kistler spielte. Dieser liess sich nicht zwei Mal bitten und nahm den Ball volley ab und setzte das letzte Ausrufezeichen an diesem heissen Samstag Nachmitttag: 3:0 für Kickers. 

Die Verzweiflung über den Ausgang des Spiels zeigte sich am Ende bei den Tessinern dadurch, dass man mehrere Versuche unternahm, den Ball aus weiter Distanz doch noch im Tor unterzubringen. Ohne Erfolg. Mit dem Sieg gegen Taverne übernahm Kickers die Tabellenspitze. Das erste Mal steht man in dieser Saison ganz oben. Es bleibt zu hoffen, dass dies bis am Ende der Saison so bleiben wird. 


Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Peric Mateo, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues Almeida Filipe 

Ersatz: Opoku Daniel, Quinido Luc, Grüter Martin, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kisungu Kevin, Fischer Philippe

Tore : 44. Leandro Tiago Nunes (FC Kickers), 58. Filipe Rodrigues (FC Kickers), 87. Marco Kistler (FC Kickers)

Bericht: Marjana Ensmenger

 

Hier gibt es noch Video mit den Toren zum Spiel:

Tore zum Spiel

Der Aufstiegskampf ist neu lanciert

Matchbericht FC Perlen-Buchrain – FC Kickers 20.05.2017 1:3 (0:2) 

Der Aufstiegskampf ist neu lanciert

Der Kopfball landet knapp neben dem Tor und es sind nicht einmal drei Minuten gespielt. Es ist eine Ansage von Perlen-Buchrain an die Spieler von Kickers. Man möchte damit sagen: „Kampflos geben wir die drei Punkte nicht her.“ 

Es fehlten Zentimeter, um an den Ball zu kommen. Es fehlten Zentimeter, damit der Kopfball im Tor landete und am Ende waren es genau diese Zentimeter, die den Unterschied ausmachten. Zentimeterentscheide, die am Ende möglicherweise auch über den Aufstieg entscheiden. 

Zugegeben, der Start von Kickers war verhalten. Viele Zuspiele landeten in den ersten Minuten entweder in den Füssen der Perlen-Spieler, oder im Einwurf. Und so zeichnete sich bereits in den ersten Minuten ab, dass auch das Spiel in Perlen-Buchrain kein Selbstläufer werden wird. Die Heimmannschaft wusste, wie sie die Gastmannschaft in den ersten Minuten des Spiels vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe stellen konnten. Ohne dass Kickers dem Spiel auch nur in einem Augenblick seinen Stempel hätte aufdrücken können. Gegen die taktisch gut organisierte Mannschaft fand Kickers kein Rezept. Zuspiele in die Spitze schienen die einzige Lösung zu sein, dieses Bollwerk in den ersten Minuten des Spiels zu überwinden. Dadurch gab es bis zur fünfzehnten Minute kaum Torraumszenen. Weder auf der Seite von Kickers, noch auf jener von Perlen-Buchrain. Auffallend waren vor allem die zahlreichen Offside-Positionen, die sich zu Beginn des Spiels mehrten – auch wenn wohl das eine oder andere keine Abseitsposition gewesen war. 

Es musste bereits die 22. Minute anlaufen, als Marco Kistler einen scharf getretenen Ball auf den Kopf von Kickers-Mittelfeldspieler Marko Brzovic zirkelte und Kickers zur ersten Torchance kam. Ausnahmsweise schlug dem Mittelfeldspieler in dieser Szene für einmal keine Gegenwehr entgegen. Eben dieser wuchtete den Ball aber aus durchaus gefährlicher Abschlussposition am Tor vorbei. Aber die Szene liess aufhorchen. Kickers wollte an diesem Samstag mehr - mehr als nur einen Punkt. Die Szene aus der 32. Minute ähnelte jener aus der 22. Minute von Brzovic. Wieder war es Marco Kistler, der den Ball diagnol über das halbe Feld schlug und den linken Aussenläufer Filipe erreichte, der in dieser Szene aber nicht auf der linken Seite, sondern für einmal im Zentrum an den Ball kam, diesen mit der Brust technisch perfekt verarbeitete, und dadurch zwei Gegenspieler stehen liess. Plötzlich stand Rodrigues alleine vor dem Torhüter, behielt auch in dieser Szene die Nerven, als er den Torhüter mit einer Körpertäuschung auf die falsche Seite lockte und den Ball am Ende im Tor versenkte. Der Treffer verlieh Kickers nicht nur Mut, sondern auch Sicherheit. So begann man in den folgenden Minuten jenes Spiel aufzuziehen, welches man von Kickers gewohnt ist, wenn man einmal in Führung gehen konnte. Die hohen Bälle der ersten Minuten wurden ersetzt durch schnelle, direkte und flache Zuspiele in die Füsse der Mitspieler, was Kickers alsdann Chancen eröffnete. 

Yahia Abaidia war es, der kurz vor der Pause einen solchen Angriff einleitete. Sein gefühlvoll getretener Ball auf den Kickers-Stürmer Leandro Tiago leitete das Tor zum 2:0 ein. Auf der rechten Seite erhielt Tiago den Ball und brachte diesen zur Mitte, wo er einen dankbaren Abnehmer in der Person von Sandro Villiger fand. Dieser musste das Zuspiel nur noch mit dem Fuss im Tor versenken. In den Minuten nach dem Tor ging jedoch die Konzentration teilweise abhanden, so beispielsweise in der 44. Minute, als der Kickers-Torhüter Eldin Beganovic gut aufpasste, in der Manier eines Libero aus dem Tor sprintete und in den Einwurf klärte. Die Rettungstat war gefährlicher, als man auf den ersten Blick vermutete. 

Die zweite Halbzeit begann ähnlich verhalten wie die erste. Gespielt wurde in den ersten Minuten nach der Halbzeitpause vor allem im Mittelfeld, wobei für beide Mannschaften nichts Zählbares dabei rausschaute. Bei Kickers war es vor allem der Stürmer Leandro Tiago, welcher Probleme mit dem nassen Rasen bekundete. In der 54. Minute wurde er von Marko Brzovic mustergültig angespielt, legte sich den Ball aber zu weit vor, so dass der Torhüter des Heimteams ein leichtes Spiel hatte. Nach dieser Szene hätte es gut und gerne 3:0 für das

Gastteam stehen müssen. Nur eine Minute später kam Kickers wiederum zu einer aussichtsreichen Chance und wieder resultierte am Ende kein Tor daraus. Sandro Villiger wurde angespielt, fiel aber im denkbar ungünstigsten Moment hin und verspielte dadurch eine weitere Chance, die Führung, ähnlich wie Leandro Tiago eine Minute vor ihm, auszubauen. 

Anders als in der ersten Halbzeit, eröffnete die Heimmannschaft dem Gastteam in der zweiten Halbzeit mehr Räume. Kickers konnte sie aber vorerst nicht nutzen. Oft fehlte der berühmte Schritt, um am Ende doch noch an den Ball zu gelangen. Beispielsweise in der 61. Minute, als Sandro Villiger lanciert wurde. Knappe 60 Sekunden später war es erneut Villiger, der von einem Fehlpass in der Perlen-Defensive beinahe Kapital schlagen konnte. Villiger profitierte von einem zu kurz getretenen Rückpass, lief auf den Torhüter zu, der den Winkel jedoch gekonnt verkürzen und den Ball dadurch wegschlagen konnte. Bei dieser Aktion verletzte sich Villiger am Oberschenkel und konnte nicht mehr weiterspielen. Nach dem Spiel gab es jedoch Entwarnung für den Goalgetter im FC Kickers. Er habe sich nur eine „Tomate“ am Oberschenkel zugezogen. 

Bizarr war die Szene, die schliesslich zum 2:1-Anschlusstreffer für Perlen-Buchrain führte. Luca Glatt spielte den Ball zurück zu Torhüter Eldin Beganovic, der Ball streife den Fuss eines Perlen-Spielers und Beganovic nahm den Ball korrekterweise in seine Hände. Der Schiedsrichter pfiff – Freistoss für Perlen-Buchrain rund 10 Meter vor dem Kickers-Tor. Klar, dass das Heimteam sich diese Chance nicht nahm und auf 1:2 verkürzte. Die Szene gab nicht nur Anlass zur Diskussion, sondern führte auch dazu, dass die Partie von diesem Zeitpunkt an emotionsgeladener wurde. Wer jedoch denkt, dass die Kickers-Spieler sich von diesem Fehlentscheid aus der Ruhe bringen liessen, wurde in den Minuten danach eines besseren belehrt. In der 74. Minute unterlief einem Perlen-Innenverteidiger ein Fehler, der am Ende wohl spielentscheidend gewertet werden kann. Ein langer Ball von Marco Kistler landete im Strafraum von Perlen. Leandro Tiago stand da, kam im ersten Moment aber nicht wunschgemäss an den Ball, weil sich der Verteidiger zwischen ihn und den Ball stellte. Jedoch nutzte Tiago die eigene Körpergrösse, den Ball zu ergattern und diesen in der Manier eines Stürmers dem Verteidiger abzuluchsen und am Torhüter vorbei ins Tor zu spitzeln – riesen Jubel bei Kickers. Und die Vorentscheidung. 

In den Minuten danach war es für Kickers ein leichtes, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und so lag man sich nach dem Schlusspfiff in den Armen, mit dem Hintergedanken, einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg realisiert zu haben. Noch grösser war die Freude, als nach dem Spiel das Spielresultat von Zofingen gegen Ascona die Runde machte. Ascona gewann gegen den direkten Konkurrenten mit 1:0 und lässt Kickers weiter vom Aufstieg in die 1. Liga hoffen. Und wer weiss, manchmal werden Träume wahr. 

Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Villiger Sandro, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues Almeida Filipe 

Ersatz: Opoku Daniel, Hermann Nils, Peric Mateo, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kameraj Arbenit, Rodrigues Borges Micael

Tore : 32. Minute Filipe Rodrigues Almeida (FC Kickers), 38. Minute Sandro Villiger (FC Kickers), 66. Minute Michael Budmiger (FC Perlen-Buchrain), 74. Leandro Tiago Nunes (FC Kickers). 

Bericht: Marjana Ensmenger

weitere 3 Punkte gegen Hergiswil

Matchbericht FC Kickers – FC Hergiswil 13.05.2017 4:2 (2:1)  

Einwurf, der Gegner verlängert auf Sandro Villiger und schon führt Kickers mit 1:0. Und das in der 4. Minute, und notabene im Derby gegen den FC Hergiswil.  

Summa summarum reichen manchmal zwanzig gute und konzentrierte Minuten, damit ein Spiel in die richtige Richtung gelenkt werden kann. Wenn dies gerade im Derby gegen den FC Hergiswil klappt, ist dies umso erfreulicher. Obwohl man am Ende gar noch um den Sieg zittern musste.  

Es schien, als würde an diesem Samstag alles für den FC Kickers laufen. Ein langer Einwurf von Joao Ricardo (Rika) landete via Gegenspieler vor den Füssen von Sandro Villiger, dieser schoss und obwohl der Hergiswil-Goalie in dieser Szene noch an den Ball kam, reichte die Abwehrbemühung nicht aus, den Ball am Tor vorbei zu lenken. Kickers führte bereits 1:0. Zwei Zeigerumdrehungen später zeigte sich ein ähnliches Bild. Wieder war es ein langer Einwurf, der für Gefahr im Strafraum von Hergiswil sorgte. Diesmal kam Leandro Tiago an den Ball, setzte sich gegen seinen Gegenspieler an der Tor-Auslinie durch und brachte den Ball in die Mitte, wo er von Manuel Maricio (Moe) nur noch mit dem Innenrist ins Tor geschoben werden musste: 2:0 für Kickers und irgendwie taten einem die Hergiswiler zu diesem Zeitpunkt fast schon Leid. Sie wurden in den ersten Minuten regelrecht vom Kickers-Express überfahren.  

Nur drei Minuten später hätte Kickers gar die Chance zur 3:0-Führung gehabt, hätte Leandro Tiago, dieses Mal von der linken Seite gefahrbringend, den Ball wie in der ersten Szene für einen Mitspieler auflegen können. Doch diesmal reagierte man in der Hergiswiler-Hintermannschaft konsequenter und mit etwas Glück, so dass der Ball den Weg Richtung Penaltypunkt nicht erreichte und stattdessen am Bein eines Hergiswilers abprallte und zurück ins Feld zu einem Hergiswil-Spieler rollte. Das 3:0 für Kickers hätte wohl die vorzeitige Entscheidung des Spiels bedeutet.  

Und so entwickelte sich das Spiel mit Ablauf der Spielzeit immer mehr zu einem Derby, welches viel hielt, was Derbys normalerweise auch versprechen. Nur wenige Minuten nach dem gescheiterten Versuch zur 3:0-Führung tauchte Hergiswil gefährlich im Strafraum von Kickers auf. Der Ball wurde aber in letzter Sekunde aus der Gefahrenzone geschlagen. In der 16. Minute agierte man weniger glücklich. Kickers brachte den Ball nicht aus der eigenen Box und kassierte, nicht unverdient für Hergiswil, den Anschlusstreffer. In dieser Szene liess nicht nur die Kommunikation zwischen den Spielern, sondern auch die zu wenig aggressiv vollzogenen Klärungsversuche zu wünschen übrig. Während des Spiels liessen die Kickers-Spieler ihre Anspannung und Nervosität durchsickern, wodurch der Gegner Aufwind erhielt. Mittels Kampfgeiste kam Hergiswil nicht nur besser ins Spiel, sondern demonstrierte auch, weshalb man sich in den letzten Spielen vom Tabellenende absetzen konnte. Die Härte in den Zweikämpfen nahm zu, oft liess man ein Bein „versehentlich“ stehen oder manchmal lupfte man das Bein gar derart hoch, dass es den Kopf des Gegenspielers traf. Ja, man schenkte sich in diesem Derby-Spiel nichts, gar nichts.  

Vermutlich waren die Spieler beider Teams am Ende der ersten Halbzeit froh darüber, heil in den Kabinen Platz zu nehmen, um dort die erlittenen Blessuren zu pflegen. Nach dem Pfiff zur zweiten Halbzeit zeigte sich der FC Kickers ähnlich dominant in seinem Auftritt, wie zu Beginn der ersten. Zwei früh erzielte Tore in der ersten Halbzeit setzten den Grundstein für den Sieg gegen den FC Hergiswil. Und obwohl genau dies in der zweiten Halbzeit ebenfalls wünschenswert gewesen wäre, glaubte wohl niemand daran, dass Kickers wie in der ersten Halbzeit, innerhalb von nur 12 Minuten alles klarmachen würde. Am Ursprung des 3:1 stand Kickers-Aussenverteidiger Marco Kistler. Ein scharf getretener Freistoss in den Strafraum von Hergiswil fand mustergültig den Kopf von Leandro Tiago und dieser köpfelte den Ball mit viel Gefühl und wuchtig ins hohe linke Eck – unhaltbar und eine Augenweide. Nur wenig später legte sich erneut Kistler den Ball zurecht, wieder landete der Ball gefährlich in der Mitte, wo Ricardo Joao auf Maurice Mauricio verlängerte, den Ball aber zu wenig placiert traf, wodurch Hergiswils-Torhüter den Ball im letzten Moment um den Pfosten lenken konnte.  

Noch immer mit dem Ziel vor Augen, das 4:1 zu erzielen, setzte sich Rodrigues Filipe in der 57. Minute auf der rechten Seite durch, behauptete sich gegen zwei Gegenspieler und konnte nur mit einem Trikot-Zieher gestoppt werden - Elfmeter für Kickers. Sascha Kokanovic lief an und versenkte den Ball placiert und scharf getreten in der linken unteren Ecke.  

Und dann geschieht, was sich bereits seit Beginn der Partie abzeichnete, Petrus öffnete seine Luken und es begann zu stürmen. Dies kam Kickers jedoch sichtlich entgegen. Vor allem nach der Pause zeigte sich die Heim-Mannschaft organisierter, ruhiger am Ball und konzentrierten in den Zweikämpfen. Vor allem die Zweikampfbilanz liess darauf schliessen, dass Kickers die 4:1-Führung nicht mehr aus den Händen geben wird. Nicht viel deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass Hergiswil noch einmal gefährlich für Kickers werden könnte. Bis zur 75. Minute, als ein Freistoss für die Gäste resultierte. Florian Eberhard nahm Mass und knallte den Ball in die rechte obere Ecke. Ein wunderschöner Treffer für die Gäste. Dem Kickers-Torhüter Eldin Beganovic blieb in dieser Situation keine Abwehrchance. Nur vier Minuten später stand Beganovic erneut im Mittelpunkt, als er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde und in der Manier eines Handball-Torhüters sein Kasten rein hielt. Die Parade war nicht nur Weltklasse, sondern auch von evidenter Bedeutung für sein Team. Mit dem Tor zum 3:4 hätte Hergiswil wohl wieder mehr Aufwind erhalten und Kickers in den letzten Minuten erneut zittern lassen.  

In den Schlussminuten erarbeitete sich der FC Hergiswil durchaus Chancen, so kamen Florian Eberhard und Livio Kauer in der 85. und 87. Minute zu guten Tormöglichkeiten. Allesamt blieben sie am Ende ungenutzt. Aber auch der FC Kickers bekundete in den letzten Minuten Pech, als Sandro Villiger im Strafraum von Hergiswil ganz klar zu Fall gebracht wurde, der Schiedsrichter aber überraschend auf Freistoss nahe an der Strafraumgrenze entschied. Eigentlich hätte man hier auf Penalty entscheiden müssen. Am Ende der Partie zeigte sie Resultatanzeige 4:2 für das Heimteam. Angesichts der Leistung der ersten zehn Minuten der ersten und zweiten Halbzeit rettete sich Kickers die drei Punkte im Derby gegen Hergiswil, und dies wohl nicht unverdient.  

Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Villiger Sandro, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues Almeida Filipe  

Ersatz: Opoku Daniel, Hermann Nils, Fischer Philippe, Peric Mateo, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kameraj Arbenit 

Trainer : Pour Hayavi Zaseh Faras (T), Teixeira Marco (AT)   

Tore : 4. Sandro Villiger (FC Kickers), 6. Manuel Maumar Mauricio (FC Kickers), 16. Silvan Sager (FC Hergiswil), 75. Florian Eberhard (FC Hergiswil), 47. Leandro Nunes Coelho Tiago (FC Kickers), 57. Sascha Kokanovic  

Bericht: Marjana Ensmenger

Unentschieden im Spitzenkampf

Matchbericht FC Hochdorf – FC Kickers 06.05.2017 

Faires Unentschieden im Luzerner Seetal 

Kalt, nass, schlammig: Drei Attribute, die an diesem Samstag nicht nur das Wetter widerspiegelten. 
Mit dem Hintergedanken im Kopf, noch immer die Chance für den Aufstieg in die 1. Liga zu besitzen, startete die
Partie. Und zwar durch und durch konzentriert auf beiden Seiten. Obwohl die Heimmannschaft ein wenig aggressiver
auftrat und den Versuch startete, das Spielgeschehen in der heimischen Arena an sich zu reissen. Dies gelang jedoch
nicht wunschgemäss. Der Auftritt beider Teams war taktisch diszipliniert. Man verfolgte die Devise, dem Gegner nicht
zu viel Raum zu lassen. Andererseits versucht man den Ball konzentriert in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen.
Daraus folgten konsequenterweise kaum Torszenen während den ersten 15 Minuten. Es galt abzutasten, wie sich der
Gegner positioniert, um in einem zweiten Schritt darauf zu reagieren.  Erst in der 21. Minute kam es zu einem
Abschluss für die Gastmannschaft in der Personalie von Leandro Thiago, der den Ball aber knapp am Tor vorbei schoss.
Rund drei Minuten später zirkelte Manuel Maumar (Moe) eine Flanke von links auf den Kopf von Marco Kistler, dieser
kam zwar ungehindert zum Abschluss, konnte die Vorlage aber nicht in ein Tor ummünzen. 

Die Minuten darauf verliefen grösstenteils im Mittelfeld. Das Spiel plätscherte wortwörtlich dahin, mit einem leichten
Chancenplus für den FC Kickers. Erst als Yahia Abaidia in der 35. Minute steil angespielt wurde, den Ball aber knapp
nicht mehr erlaufen konnte, klopfte das Herz ein erstes Mal höher. Dann, zwei Minuten später vergass man in der
Kickers-Hintermannschaft ein Hochdorf-Spieler fast schon fahrlässig, der ebenfalls mit einem Steilpass lanciert wurde.
Aber ähnlich wie Abaidia, konnte auch der Hochdorf-Stürmer den Ball nicht mehr erreichen.

Dass Kickers an diesem nassen und kalten Samstagnachmittag den Sieg anstrebte, zeigte sich ab der 35. Minute
deutlicher. Man begann sich gegen die Heimmannschaft aufzubäumen und drängte das Heimteam mittels Pressing in
die eigene Platzhälfte zurück. Nach einem Zuspiel auf Manuel Maumar (Moe) verliess der Hochdorf-Torhüter den
Elfmeterraum, um in extremis mit allen erlaubten Körperteilen zu klären. Der Klärungsversuch fiel nach einem
Abpraller an einem Feldspieler vor die Füsse von Sandro Villiger und dieser liess sich nicht zwei Mal bitten. Er
analysierte die Situation innert Sekundenbruchteilen, sah den Goalie zu weit vor seinem eigenen Tor weg stehend und
schlenzte den Ball mit viel Gefühl über die Feldspieler und den Torhüter ins Tor von Hochdorf. 1:0 für Kickers. Dann
bliess der Schiedsrichter zum Pausentee.  

Schnell verschwanden beide Mannschaften bei strömendem Regen in die Katakomben, stärkten sich mit warmen Tee
und betraten nach 15 Minuten wieder den Rasen. Ähnlich wie die erste Halbzeit, begann auch die zweite: ruhig und
verhalten. So kam es zwischen der 45. bis 50. Minute zu keinen nenneswerten Torchancen. Erst in der 54. Minute
wurde es das erste Mal gefährlich für Kickers, als Hochdorfs-Stürmer angespielt wurde, aber noch in letzter Sekunde
auf die Seite hinausgedrängt und dadurch am Torschuss gehindert werden konnte. 360 Sekunden später fasste sich
auf der anderen Seite der junge Yahia Abaidia ein Herz und liess gleich drei Hochdorf-Akteure aussteigen. Abaidia
spielte den Ball ins Zentrum, wo er aber keinen Abnehmer fand. So klärte Hochdorf ins Aus. In den Minuten darauf
kam Hochdorf besser ins Spiel. Die Uhr zeigte die 72. Minute. Hochdorf kam zum zu diesem Zeitpunkt nicht ganz
unverdienten Ausgleichstreffer. Ein lang getretener Eckball fand den Kopf von Hochdorfs Nummer Sieben. Dieser
verlängerte mit dem Kopf auf den Elfmeterpunkt, wo diesmal ein dankbarer Abnehmer stand. Der Ball landete etwas
unglücklich im Tor von Kickers. Ärgerlich war das Gegentor deshalb, weil mehrere individuelle Fehler zum
Gegentreffer führten. Hochdorf hätte den Ball erstens nicht in die Mitte köpfen dürfen und Kickers-Torhüter
Beganovic hätte sich wahrscheinlich besser daran getan, wenn er in dieser Szene den Fünfmeterraum nicht verlassen
hätte. 

Die Emotionen begannen in den letzten Minuten immer mehr zu kochen - oder zu überkochen -, und entluden sich in
der 74. Minute. Einem Handgemenge zwischen zwei Spielern folgten zwei Gelbe Karten. Am Ende teilten sich die
beiden Mannschaften die Punkte. Wobei die Gesichter der Hochdorf-Akteure vermuten liessen, dass sie sich mehr an
diesem Punkt erfreuten, als es die Kickers-Spieler taten. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Kickers an diesem Samstag durchaus seine Chancen für den Sieg gehabt
hätte, letzten Endes aber zu wenig konsequent den Abschluss gesucht hat. Kickers besass nicht nur ein Gros an
Eckbällen, sondern auch die Möglichkeit, via Freistoss für den Unterschied in diesem Spitzenspiel zu sorgen - Woraus
man aber letztlich keinen Profit schlug.
 
Aufstellung: Beganovic Eldin, Vono Vincenzo, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kisungu Kevin, Kistler Marco,
Abaidia Yahia, Manuel Maumar Mauricio, Villiger Sandro, Nunes Coelho Leandro Tiago, Aneas Barrios Eloy

Ersatz: Rodrigues Almeida Filipe, Opoku Daniel, Grüter Martin, Fischer Philippe, Peric Mateo 

Trainer : Pour Hayavi Zaseh Faras (T), Teixeira Marco (AT) 

Tore : 38. Minute, Sandro Villiger (FC Kickers), 72. Minute, Manuel Kuchling (FC Hochdorf)

Bericht: Marjana Ensmenger

wichtiger Sieg gegen Brunnen

Matchbericht FC Kickers – FC Brunnen 29. April 2017

Einstand nach Mass

Der Ball liegt im Tor, aber wo bleibt der Jubel – er bleibt aus. Zu bizarr war das Tor von Yahia Abaidia.
Leandro Tiago wird auf der rechten Seite angespielt, gefoult und alle warten auf den Pfiff. Er ertönt
einige Sekunden später, als der Ball nach einem Abpraller am Schienbein von Kickers-Mittelfeldspieler
Yahia Abaidia im Tor von Brunnen landet.

Es war ein Einstand, wie man ihn nicht besser hätte herbeisehnen dürfen. 1:0 für das Heimteam nach nicht
einmal gespielten 120 Sekunden! Und die Führung liess darauf hoffen, dass an diesem frühlingshaften
Nachmittag tatsächlich drei Punkte möglich sein werden. Der Blick auf die untere Tabellenhälfte zeigt schnell
auf, dass der Weg an die Spitze zwar greifbar ist, der Weg ans Tabellenende aber gleichwohl bedrohlich nahe.
Damit Brunnen an diesem Samstag ohne Punkte nach Hause fahren würde, dazu bedurfte es einer
konzentrierten Teamleistung. Das Tor zum 1:0 mag für einige zu früh gekommen sein, selbst die Spieler von
Brunnen liessen sich nach dem frühen Gegentor nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil, zeigte man nach dem
Tor eine Reaktion. So kam es zwischen der neunten und zwanzigsten Minute immer wieder zu gefährlichen
Angriffen über die linke Seite. Ein erster und einer der einzigen strittigen Entscheide fiel in der 31. Minute, als
eine Notbremse an den Kickers-Stürmer Leandro Tiago nicht geahndet wurde. 

In den Minuten danach lieferten sich die beiden Teams einen offenen Schlagabtausch. Brunnen vergab in der
41. Minute kläglich, eine Minute später zeigte sich auf der anderen Seite ein ähnliches Bild. Auch Sandro Villiger
scheiterte aus aussichtsreicher Position. So ging Kickers mit einem knappen Vorsprung in die Pause. Brunnen
zeigte nach der Pause eine andere Fassung seiner selbst. Sogar Brunnens Torhüter stand nach der Pause weit
vorne, und übernahm zeitweise gar die Position, die früher als Libero bezeichnet wurde. Und diese mutige
Ausrichtung wurde beinahe bestraft. Sandro Villiger bemerkte den weit aus dem Tor stehenden Brunnen-
Goalie und versuchte sein Glück mit einem lang getretenen Lupfer. Nur knapp konnte er kein Kapital daraus
schlagen, sein Lupfer über das halbe Feld streifte die Latte.

Es lief bereits die 58. Minute, ehe Manuel Maumar Mauricio mit seiner „bicibleta“ knapp am linken Pfosten
vorbeizirkelte. Im Gegenangriff kam Brunnen abermals zu einer Ausgleichschance – wieder blieb diese jedoch
ungenutzt. Die Partie war geprägt von zahlreichen Angriffen auf beiden Seiten. Tore resultierten keine daraus.
Auch in der 69. Minute nicht, als Leandro Tiago mit einem Steilpass angespielt wurde. Wieder scheiterte er
knapp. Auf der anderen Seite rettete Luca Glatt einige Male für Kickers in letzter Instanz. Kickers hätte sich
wohl über ein Unentschieden zu diesem Zeitpunkt nicht beklagen dürfen. 

Vielleicht war es der Lohn der etwas tüchtigeren Mannschaft an diesem Nachmittag, dass Kickers am Ende
doch als Sieger vom Platz schreiten konnte. Für die definitive Entscheidung sorgte Sandro Villiger in der 73.
Minute, als dieser von Brzovic Marco angespielt wurde und den Ball mit einer derartigen Überzeugung in die
Maschen knallte, als würde er damit sagen wollen: „Die drei Punkte bleiben heute auf Tribschen!“. Der Torjubel
nach dem 1:0 wurde dann umso frenetischer beim 2:0 nachgeholt. Nicht nur auf dem Platz, auch auf der
Trainerbank.

Kickers Luzern – Brunnen 2:0 (1:0)
Tribschen. – SR Jerkic. - 120 Zuschauer.
Tore: 2. Abaidia 1:0. 73. Villiger 2:0.
Kickers: Beganovic; Kokanovic, Glatt, Kisungu (60. Vono), Presas; Brzovic, Abaidia (86. Rodrigues), Villiger, Manuel Maumar (75. Opoku); Kistler, Nunes.
Brunnen: Eichhorn; Odermatt, Sobeslav, Ostojic, Jöhl; Camenzind, Vukmir, Truttmann (60. Matoshi), Foniqi (73. Käselau), Hrdlicka; Tafat.
Verwarnungen: 65. Tafat, 75. Manuel Maumar, 90. Ostojic, 91. Käselau (alle Foul).

erster Vollerfolg in der Rückrunde

Matchbericht FC Kickers – Vedeggio Calcio vom 8. April 2017

Ein hart umkämpfter Sieg für den FC Kickers

Nach drei Unentschieden in den ersten drei Partien sollten an diesem Samstag die ersten drei Punkte eingefahren werden. Dass ausgerechnet eine Tessiner Mannschaft zu Gast auf Tribschen sein sollte, musste nicht als schlechtes Omen gewertet werden. Und um es vorwegzunehmen: Am Ende war es auch keines.

Obwohl beide Mannschaften in der ersten Halbzeit Mühe hatten, tritt im Spiel zu finden, gelang es den Spielern des Heimteams nach der Pause deutlich besser, das Spielgeschehen an sich zu reissen. Die ersten Minuten des Spiels waren geprägt von vielen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung, hinzu reihten sich ungenau gespielte Pässe in den eigenen Reihen. Zu viele Zuspiele landeten des Öfteren in den Füssen des Gegners. Dadurch wurden die Offensivaktionen weit vor der Strafraumgrenze gebremst. Gefährliche Torraumszenen oder Abschlüsse waren deshalb in der ersten Halbzeit Mangelware.

Auf Seiten der Heimmannschaft waren die müden Beine massgeblich, nicht optimal in die erste Halbzeit gestartet zu sein. Die englische Woche mit drei Partien innerhalb von nur sieben Tagen war auf dem Feld augenfällig. Der Körper war müde und der Geist scheinbar auch. Ein Grund dafür, die drei Punkte kampflos an den Gegner aus dem Tessin zu überlassen, war dies aber keineswegs. Die Gegenwehr blitzte vor allem kurz vor der Pause ein erstes Mal auf und zeigte sich auch nach der Pause wieder. Zwei taktische Wechsel im Spiel von Kickers personalisiert mit den Namen von Sandro Villiger und Philippe Fischer führten dazu, dass der FC Kickers das Spieldiktat immer mehr zu übernehmen wusste und auch das eine oder andere Mal gefährlich vor dem Tessiner Tor auftauchte. Aber auch hier zeigte sich die bereits erwähnte Müdigkeit in den Abschlussszenen wieder und wieder. Bis zur 56. Minute zeigte die Resultattafel denn auch 0:0: Remis.

Mit Wut im Bauch und einem schnell ausgeführten Konter über die linke Seite mit Sandro Villiger und Eloy Anesas Barrios, erzielte der rechte Flügel, Barrios, in der 57. Minute den 1:0-Führungstreffer, indem er den Ball regelrecht in die rechte hohe Ecke knallte. Die Aktion kann stellvertretend für das gesamte Spiel an diesem frühlingshaften Samstagnachmittag angesehen werden. Man wollte sich den Frust - oder wohl eher die Anspannung - von der Seele schiessen und sich damit endlich die ersten drei Punkte aus der Rückrunde sichern. In den Minuten zuvor und danach vergab Kickers nämlich zwei Mal kläglich. Kistler, Nunes und Barrios zeigten in diesen Aktionen Nerven. Dass die drei Punkte am Ende  über die Zeit gebracht wurden und in der Innerschweiz blieben, war dem Kickers-Torhüter Eldin Beganovic zu verdanken. Er rettete in den letzten Minuten mirakulös, weil bei den Vorderleuten die Kräfte schwanden und dem Gegner dadurch zu viel Platz eingeräumt wurde. Diese Räume nutzen die Tessiner ihrerseits wieder, um gefährliche Torabschlüsse zu kreieren.  

Die Osterpause kommt für die Spieler daher sichtlich gelegen. Es bleiben zwei Wochen Zeit, die Batterien aufzuladen, zu genesen und sich auf das kommende Spiel im Tessin gegen Ascona vorzubereiten. Es war das Glück von Kickers, dass Vedeggio Caldio an diesem Samstag die erarbeiteten Chancen nicht in Zählbares ummünzen konnte. Will Kickers in zwei Wochen die nächsten drei Punkte erringen, verlangt dies eine Leistungssteigerung: vor allem in Puncto Passgenauigkeit im Umschaltspiel und Kaltschnäuzigkeit.

Bericht: Marjana Ensmenger

Hier gibt es noch das Tor zum 1:0 Endstand durch Eloy:

Tor zum 1:0 durch Eloy

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